Immer wieder hört man das Argument: Wirklich unabhängig vor Ort könne man nur in einer freien Wählergemeinschaft arbeiten. Parteien dagegen würden von „oben“ gesteuert und müssten sich an Vorgaben aus Land oder Bund halten. Doch was ist an diesem Gerücht tatsächlich dran?
Die kurze Antwort lautet: im Grunde gar nichts.
Kommunalpolitik funktioniert anders als Parteipolitik auf Bundesebene
Kommunalpolitik ist in Deutschland bewusst anders organisiert als Landes- oder Bundespolitik. In Städten, Gemeinden und Landkreisen entscheiden die gewählten Mandatsträger vor Ort. Sie kennen die örtlichen Gegebenheiten, die Menschen und die konkreten Herausforderungen. Genau deshalb liegt die Verantwortung für Entscheidungen auch dort – in der Kommune.
Das gilt unabhängig davon, ob jemand für eine Wählergemeinschaft oder für eine Partei antritt.
FREIE WÄHLER: Struktur ohne Weisungen
Gerade bei den FREIEN WÄHLERN ist das Prinzip der kommunalen Selbstständigkeit besonders stark ausgeprägt. Weder die Landesvereinigung noch die Bundesvereinigung schreiben den kommunalen Mandatsträgern vor, wie sie vor Ort politisch handeln sollen.
Es gibt keine Weisungen aus „höheren Ebenen“, wie in einer Gemeindevertretung, einem Kreistag oder einem Stadtparlament abgestimmt werden muss. Entscheidungen entstehen dort, wo sie hingehören: vor Ort, im direkten Austausch mit den Bürgern.
Unterschiedliche Lösungen für unterschiedliche Orte
Kommunen sind sehr unterschiedlich. Was in einer Großstadt sinnvoll ist, muss für eine ländliche Gemeinde noch lange nicht passen. Deshalb wäre eine zentral vorgegebene Linie für alle Kommunen ohnehin wenig hilfreich.
Kommunalpolitik lebt davon, pragmatische Lösungen für konkrete Probleme zu finden:
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Verkehr vor Ort
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Kinderbetreuung
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Schulen
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medizinische Versorgung
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Entwicklung von Wohnraum
Diese Themen lassen sich nur sinnvoll entscheiden, wenn diejenigen darüber abstimmen, die die Situation tatsächlich kennen.
Das Gerücht von der „abhängigen Partei“
Das Bild von der „abhängigen Partei“, die nur Vorgaben von oben umsetzt, stammt meist aus der Wahrnehmung der großen Bundesparteien. Dort spielen Programme, Fraktionsdisziplin und bundespolitische Strategien eine größere Rolle.
Auf kommunaler Ebene sieht die Realität oft anders aus – insbesondere bei den FREIEN WÄHLERN. Hier steht die Sachentscheidung vor Ort im Mittelpunkt, nicht eine ideologische oder parteitaktische Vorgabe.
Es wird behauptet, nur freie Wählergemeinschaften könnten wirklich unabhängig handeln. Das ist jedoch eine Falschaussage, mit der manche Wählergemeinschaften versuchen, Stimmen zu gewinnen.
Auch innerhalb von Wählergemeinschaften entscheiden in der Praxis oft wenige prägende Personen, in welche politische Richtung sich eine Gemeinschaft bewegt. Die formale Unabhängigkeit bedeutet also nicht automatisch, dass Entscheidungen breiter oder demokratischer getroffen werden.
Fazit
Die Behauptung, nur freie Wählergemeinschaften könnten unabhängig vor Ort entscheiden, hält einer genaueren Betrachtung nicht stand.
Kommunalpolitik lebt von Menschen, die Verantwortung für ihre Gemeinde übernehmen – unabhängig davon, ob sie in einer Wählergemeinschaft oder bei den FREIEN WÄHLERN organisiert sind.
Entscheidend ist nicht die Organisationsform, sondern die Haltung: Politik für die Menschen vor Ort zu machen – und Entscheidungen dort zu treffen, wo ihre Auswirkungen spürbar sind.






